ARBEITSGRUPPE
KINDER PSYCHISCH UND
SUCHTKRANKER ELTERN

Die Aufgaben der Arbeitsgruppe Kinder psychisch und suchtkranker Eltern

Am 22. Juni 2017 hat der Deutsche Bundestag die Bundesregierung beauftragt, für einen befristeten Zeitraum eine interdisziplinäre und interministerielle Arbeitsgruppe einzurichten. Die Arbeitsgruppe soll einvernehmlich Maßnahmen vorschlagen, die die Situation von Kindern mit psychisch und suchtkranken Eltern verbessert.
Die vielfältigen Belastungen der betroffenen Kinder und ihrer Familien erfordern häufig mehrere aufeinander abgestimmte Hilfen und Leistungen, zumeist aus der Kinder- und Jugendhilfe und aus dem Gesundheitswesen. Bisher mangelt es in der Versorgung aber oft an einer fallübergreifenden Vernetzung und einer interdisziplinären Zusammenarbeit der unterschiedlichen Systeme.

Die Aufgaben der Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe soll

  • Schnittstellen zwischen den Sozialgesetzbüchern, insbesondere dem Achten Buch Sozialgesetzbuch (Kinder- und Jugendhilfe), dem Zweiten, Dritten, Fünften, Sechsten, Neunten und Zwölften Buch Sozialgesetzbuch identifizieren, um die gesamte Familie im Blick zu behalten und alle bereits bestehenden Hilfsangebote möglichst effektiv und umfänglich ausschöpfen zu können. Dazu gehört auch die Identifizierung datenschutzrechtlicher Hemmnisse.
  • förderliche Rahmenbedingungen und zentrale Anforderungen, aber auch Hemmnissen auf Länder- und kommunaler Ebene für den Aufbau und die Verstetigung von regionalen Kooperationen unterschiedlicher Akteure und Leistungsträger identifizieren, mit dem Ziel, ein funktionierendes lokales Hilfesystem zu etablieren. Hierbei sind die Ergebnisse des vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projektes „Leuchtturmangebote für Kinder und Familien mit einem psychisch kranken Elternteil“ mit einzubeziehen.
  • Vorschläge erarbeiten zur Schaffung der Voraussetzungen für eine Verbesserung der Zusammenarbeit und Vernetzung an den Schnittstellen zwischen den Sozialgesetzbüchern für komplexe, multiprofessionelle Hilfen für Familien innerhalb des geltenden Zuständigkeits- und Finanzierungsrahmens, wobei insbesondere auch die Auswirkungen der jüngeren Sozialgesetzgebung zu berücksichtigen sind.
  • Vorschläge für eine bessere Kooperation zwischen den Akteuren vor Ort herausarbeiten, die Hilfen für Kinder und Familien mit einem psychisch kranken Elternteil anbieten.
  • gegebenenfalls Regelungslücken in der Zusammenarbeit der Hilfesysteme ermitteln, z. B. Kindertagesbetreuung, Schule, Jugendhilfe, Gesundheitswesen. Dabei soll auch auf bestehende Angebote, z. B. „Frühe Hilfen“, eingegangen werden.

Mitglieder der Arbeitsgruppe und Geschäftsstelle

Die Arbeitsgruppe ist interdisziplinär besetzt und hat eine Geschäftsstelle:

  • Ihr gehören 48 Expert*innen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Gesundheitshilfe an, die von den beteiligten Bundesministerien berufen worden sind.
  • In der Arbeitsgruppe sind drei Ministerien vertreten: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (federführend), Bundesministerium für Gesundheit, Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung.
  • Der AFET – Bundesverband für Erziehungshilfe ist die Geschäftsstelle der Arbeitsgruppe Kinder psychisch und suchtkranker Eltern.

Die Arbeitsweise der Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe konzentriert sich inhaltlich auf die Bedarfe der Kinder und Familien mit psychisch kranken und suchtkranken Eltern. Eine Unterscheidung zwischen den sucht- und psychischen Kranken wird nicht vorgenommen.

Den Abschlussbericht mit den Empfehlungen an den Deutschen Bundestag wird die Arbeitsgruppe im ersten Halbjahr 2019 vorlegen. Der Prozess ist in zwei Phasen gegliedert

1. Ist-Situation analysieren:
Drei interdisziplinäre Expertisen bilden für die Arbeitsgruppe die Grundlage:

  • Gute Praxis: „Überblick über Angebote, Initiativen und Unterstützungsmaßnahmen zur Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen aus Familien mit einem psychisch erkrankten oder suchterkrankten Elternteil“
  • Stand der Forschung: „Analyse des aktuellen Stands der Forschung zu Versorgung, Intervention, Behandlung, Kooperation und Zusammenarbeit hinsichtlich der Situation von Kindern psychisch kranker und suchtkranker Eltern“
  • Recht: „Ist-Analyse zu Hilfe und Versorgung in Familien mit Kindern psychisch kranker Eltern“

2. Verbesserungsvorschläge erarbeiten:

Unter Berücksichtigung der interdisziplinären Fachexpertisen wird die Arbeitsgruppe Zielperspektiven festlegen, auf deren Grundlage sie Empfehlungen zur Verbesserung der Situation von Kindern psychisch und suchtkranker Eltern erarbeiten wird.

 

RÜCKBLICK

Kommissionen, Bundesverbände und andere gesellschaftliche Akteure machen seit Jahren auf die Situation der Kinder psychisch und suchtkranker Eltern aufmerksam und fordern, dass die Versorgung besser und nachhaltiger geregelt wird.

ARBEITSGRUPPE

Aktuell werden drei interdisziplinäre Fachexpertisen in den Bereichen Recht, Gute Praxis und Forschung erstellt, auf deren Grundlage die Arbeitsgruppe Zielperspektiven für die Erarbeitung der Empfehlungen zur Verbesserung der Situation von Kindern psychisch kranker und suchtkranker Eltern erarbeiten wird.

NEWS

4. März 2019

Aufklärungs- und Entstigmatisierungskampagne über psychische Erkrankungen gefordert

Der Vorstand des Paritätischen hat in seiner Sitzung am 25. Januar 2019 die Positionierung „Kinder psychisch kranker Eltern: Verstehen, aufklären, entstigmatisieren“ verabschiedet. […]

weiterlesen

KONTAKT

Geschäftsstelle

ARBEITSGRUPPE KINDER PSYCHISCH UND SUCHTKRANKER ELTERN

AFET –
Bundesverband für Erziehungshilfe e.V.

Georgstr. 26
30159 Hannover

ArbeitsgruppeKpkE@afet-ev.de